Stadtplanung in der Wissensgesellschaft

von Bernd Streich

Das Buch ist Mitte Mai 2011 erschienen.
Bestellung: vs-verlag

Klappentext:

Das Buch befasst sich umfassend mit
dem Thema Stadtplanung unter den
Rahmenbedingungen der
Wissensgesellschaft (2. Auflage 2011).

In 11 Kapiteln und 723 Seiten
werden alle wichtigen Aspekte der
Stadtplanung thematisiert.
Städtebauliche Planungstheorie,
institutionelle Grundlagen und
Methoden werden ebenso
behandelt wie die Planung
von Stadtstrukturen, die Gestaltung
von Städten oder das städtebauliche
Planungsrecht.
Vertiefende Kapitel sind Stadterneuerung,
Stadtentwicklung sowie den internationalen
Beziehungsgeflechten der Stadtplanung
gewidmet; den Abschluss macht ein Kapitel
über utopisches Denken in der Stadtplanung.
Der Textteil des Buches wird durch digitale
Medien – DVD und Internetauftritt
ergänzt.

Vorwort zur 2. Auflage:

Nach gut 5 Jahren war es an der Zeit,
das Handbuch zur Stadtplanung in der
Wissensgesellschaft in einer zweiten,
überarbeiteten Auflage herauszugeben.
Wesentlich beflügelt durch viele positive
Reaktionen seit Publikation der Erstauflage
erscheinen dem Autor all die Dinge und
Veränderungen, die zwischenzeitlich zu
beobachten waren, einer systematischen
Einarbeitung wert zu sein. Fünf Jahre sind
eine lange Zeit im Kontext der
Wissensgesellschaft – für die Stadtplanung
mit der Folge eines gewaltigen
Wissenszuwachses, zumal wir die in vielen
anderen Fachdisziplinen beobachtbaren
Phänomene der Wissensalterung und
-halbwertzeiten nicht kennen.

Was ist in dem vergangenen halben
Jahrzehnt unseres neuen Jahrhunderts
geschehen?
Nun, hauptsächlich fällt der Blick auf
den technologischen Schub, der mit den
mobilen Kommunikationsgeräten
einherging – einer Technologie, die sich
wie keine andere zuvor in kürzester Zeit
über den gesamten Erdball verbreitet hat
und nicht nur in urbanen Ballungsräumen
genutzt werden kann, sondern überall bis
in die extremst peripheren Räume.
Zugleich findet im Internet eine gewaltige
Akzentverschiebung statt. Traditionelle
Formen des Internets wie das
Informationsangebot durch Websites und
die soziale Kommunikation durch soziale
Netzwerke wie Weblogs etc. werden
zunehmend durchdrungen von
geographischen Lokalisierungstechniken.
Bei einer gedanklichen Projektion
dieser Tendenz in die Zukunft kann
von der Entstehung eines geobezogenen
Internets, gleichsam eines Geowebs,
gesprochen werden. Die Stadtplanung wird
in vielerlei Hinsicht davon betroffen sein;
die Verzahnung mit den Triebkräften der
Wissensgesellschaft – technologisch ebenso
wie in sozialer Hinsicht – sind evident.

Darüber hinaus haben sich weitere wichtige
Themenbereiche und thematische
Neueinschätzungen innerhalb der letzten
fünf Jahre ergeben, wie etwa die im Gang
befindliche Klimadiskussion oder die
Tatsache, dass es seit dem Jahre 2006
erstmals in der Menschheitsgeschichte
mehr Bewohner in Städten bzw.
urbanen Räumen gibt als außerhalb.
Zweifelsohne gab es somit an der einen
oder anderen Stelle Einarbeitungsbedarf
zur Vervollständigung relevanter Themen
aus der Stadtplanung. An der systematischen
Ein- und Zuordnung und am Aufbau des
Handbuchs insgesamt scheint es, wenn man
den Reaktionen Glauben schenkt, keinen
Veränderungsbedarf zu geben.

Erfreulich war die Tatsache, dass dem Buch
in seiner ersten Auflage durchweg eine
kritische Reflexion aller Themen zuerkannt
wurde. Diese Grundhaltung soll
weitergepflegt werden, ohne jedoch die
Intention eines umfassend angelegten
Handbuchs mit der Vermittlung
objektiver Sachverhalte und
systematischer Zusammenhänge sowie dem
Aufgreifen relevanter Themen zu verlassen.
Was indes erstaunt hat, ist die Tatsache,
dass der provokant angedachte allerletzte
Abschnitt des Buches, in dem es unter
dem Stichwort der asketischen Stadt um
den Entwurf eines leitenden Themas für
die Stadtplanung der Zukunft insgesamt
ging, auch nicht ansatzweise als Stachel
gesessen hat. Vielleicht war der Gedanke
zu selbstverständlich – oder die Zeit ist
immer noch nicht reif für ein Leitbild des
Kürzertretens. Möglicherweise kann
diese zweite Auflage dazu dienen, den
Blick für das zu schärfen, was
unumgänglich sein wird.

Bernd Streich
Kaiserslautern, im Winter 2010 / 2011